2D-Fugenspalt
- Serie ab 2000 -
bestehend aus:
- Meßkopf mit Abtastbolzen und Basisbolzen 250
- INVAR-Einstell- und Kontrollstab
- Doppelkörner
- mechanische Meßuhr 10mm Messbereich mit einer Auflösung von 0,01mm
- Aufbewahrungsbehälter
- Ersatzmeßkugeleinsatz
- Winkelschraubendreher 1,5 mm
- Winkelschraubendreher 2,5 mm
1 Zweckbestimmung
Der Setzdehnungsmesser ist für die Werkstoffprüfung entwickelt worden, um das Dehnungs- und Stauchungsverhalten von Werkstoffen ermitteln zu können. Heutzutage setzt man sie auch dort ein, wo Messungen an Baukörpern über einen längeren Zeitraum hinaus beliebig oft wiederholt werden sollen, ohne das Meßgerät am Bauwerk zu belassen. Hauptanwendungsgebiete sind damit die Überwachungsmessung von Bauwerksfugen, natürlichen Rissen sowie die Kontrolle von Bauteilveränderungen zweier oder mehrerer Punkte in einem Meßbereich zwischen 50mm und 500mm.
Je nach Zusammenstellung sind Messgenauigkeiten bis 5/1000mm möglich.
2 Aufbau und Wirkungsweise des Meßgerätes
Das Gerät besteht aus einem Gehäuse, in welchem sich ein schwenkbar gelagerter Meßfuß befindet, der die Längenänderung Dl einer Meßstrecke mit einem Hebelverhältnis von 1:1 auf eine Meßuhr überträgt. Der in dem Basisbalken feststehende Meßfuß dient zur Fixierung der Meßlänge. Beide Meßfüße sind mit einem Kugelabschluß ausgebildet, welche beim Meßvorgang in 60°-Meßmarken gesetzt werden.
3 Bedienung
3.1 Wahl der Meßstrecke
Die Wahl der Meßstrecke erfolgt in Abhängigkeit des Baukörpers und richtet sich nach den im Lieferumfang enthaltenen Basismeßstrecken.
3.2 Markierung der Meßstrecke
Die Markierung der Meßstrecke erfolgt in der Regel über nicht im Lieferumfang enthaltene Meßmarken (bereits mit Zentrierung versehen) oder durch speziell im Bauwerk verankerte Meßbolzen, welche nach Anreisen und Ankörnen mittels im Lieferumfang enthaltener Doppelkörner mit einer 60°- Zentrierung versehen werden. Die Form und die Ausführung der Zentrierbohrung ist für die Meßgenauigkeit ausschlaggebend.
3.3 Meßvorbereitung
Mit Hilfe des im Lieferumfang enthaltenen INVAR-Stabes wird das Gerät auf die erforderliche Meßlänge eingestellt, bzw. der "NULL"-Meßwert ermittelt.
ACHTUNG: Ein Vertauschen der INVAR-Stäbe unterschiedlicher Geräte führt zu Meßfehlern!
Beim Auswechseln der Meßuhr wird die Stiftschraube mit dem Winkelschraubendreher 3 mm etwas gelöst. Nach Einsetzen der Meßuhr ist diese wieder festzuziehen, damit sich die Uhr beim Messen nicht verschieben kann. Optionel: Durch Lösen der Schraube mit dem Winkelschraubendreher 4 mm kann der Basisbalken mit dem Meßfuß durch Basisbalken anderer Längen ersetzt werden, so daß Meßlängen von 50mm, 100mm, 200mm, 250mm, 300mm,400mm und 500mm erreicht werden. Zur Erreichung bestimmter Längen ist der Meßfuß aus dem Basisbalken herauszuschrauben und an der entsprechend vorgesehenen Bohrungen wieder fest zu verschrauben. Es empfiehlt sich, die Meßuhr bei der Grundeinstellung mittels INVAR-Stab auf Mitte Meßbereich der Meßuhr einzustellen (Werkseinstellung).
3.4 Meßdurchführung
Beim Meßvorgang wird zuerst der bewegliche und danach der feststehende Meßfuß in die 60°-Marke gesetzt.
Beachte: Verschmutzungen der Meßmarke führen zu Meßfehlern!
Um eine gleiche Meßkraft zu erreichen, sollte nur das Eigengewicht des Gerätes wirken.
Beachte: Von Zeit zu Zeit ist eine Kontrolle des eingestellten Ausgangsmeßwertes des Gerätes empfehlenswert.
4. Wartungshinweise
Der Setzdehnungsmesser ist trotz der Verwendung von korrosionsträgen Materialien und entsprechenden Oberflächenbehandlungsverfahren wie ein optisch - mechanisches Meßinstrument zu handhaben.
Bitte beachten Sie:
Setzen Sie das Gerät nicht unnötiger hoher Luftfeuchtigkeit aus! Schützen Sie es vor Regen! Lassen Sie das Gerät abtrocknen, bevor Sie den Aufbewahrungsbehälter schließen!
Temperieren Sie Ihre Geräte vor Meßbeginn!
Schützen Sie bei der Messung den Setzdehnungsmesser und den INVAR-Stab vor direkter Sonneneinstrahlung und einseitiger Wärmebelastung im Interesse Ihrer Meßergebnisse!
Lagern Sie die Geräte zwischen den Messungen in dem jeweiligen Aufbewahrungsbehälter in einem trockenen und sauberen Raum.
Fetten oder Ölen Sie von Zeit zu Zeit den Setzdehnungsmesser mit einem harz- und säurefreiem Fett oder Öl!
Verwenden Sie keine silikonhaltigen Öle oder Fette.
5. Messmarken
Messmarken können in jeder Form und Farbe geliefert werden. Als Standardlösung hat sich ein Messingzylinder (Æ10mm; Dicke 2mm) mit Zentrierbohrung bewährt. Es kann natürlich auch direkt die Zentrierbohrung in das Werkstück gebohrt werden. Zum Befestigen empfehlen wir einen sehr schnellen, hochfesten Kraftklebstoff der Firma Würth.
6. technische Daten
Meßbereich: 12mm mit digitaler Messuhr
Meßuhr: mechanisch oder optional digital, jedoch mit Haupt- und Anschlußmaße nach DIN 878 Einspannschaft: Æ 8 h6
Meßuhrskalenwert: 0,01mm optional 0,001mm
Meßlänge: 250mm optional 50, 100, 200, 300, 400 und 500mm
Kontrollstab: INVAR-Werkstoff mit linearem Ausdehnungskoeffizient (bei 100°C): 2x10-6 grd-1
Masse: netto: 0,35kg (Meßlänge bis 100mm) netto: 0,50kg (Meßlänge bis 250mm) netto: 0,75kg (Meßlänge bis 500mm) brutto: 5,0kg
Abmessung: 525mm x 60mm x 60mm
7. optionales Zubehör
Um den Datenfluss in den Computer zu automatisieren gibt es spezielles Zubehör bestehend aus:
- Signaldatenleitung 1 oder 2m lang
- USB-Interface zum Anschluss der Messuhr an den PC; Datentaste auf dem Interface zur Datenübernahme
- Fußschalter zum Auslösen der Datenübernahme mittels Fuß (nicht unbedingt notwendig) wird jedoch empfohlen
- zusätzliche Kabel (2x), um die Entfernung zwischen Setzdehnungsmesser und Computer zu vergrößern (10m)
Die Datenübernahme erfolgt problemlos in Excel. Dazu wird das Interface an einen freien USB-port angeschlossen. Das Interface meldet sich als weitere Tastatur am Computer an. Die normale Tastatur bleibt dabei voll funktionsfähig. Wird die Datentaste am Interface bzw. der Fußschalter gedrückt, wird der Messwert in die aktuelle Zelle übernommen und in die nächste Zelle gesprungen.
Alternativ ist seit April 2010 die Übertragung der Daten drahtlos vom Setzdehnungsmesser zum PC bis in eine Entfernung von 20m. Dies ist sehr interessant für den Einsatz des Setzdehnungsmessers bei mehreren hundert Messpunkten. Mehrere Setzdehnungsmessers können auch kostengünstig in einem Netzwerk betrieben werden.
Abbildung Prinzipdarstellung Messung von Gesteinseigenschaft (Längenänderung) zweidimensional im "Dreitakt"
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