Inklinometer

Abbildung 1: Messsystem (Slope Indicator)

1 Zweckbestimmung

Das Inklinometermesssystem IMS wird zur Messung von Verschiebungen in Schüttungen und Hängen verwendet. Es wird ebenfalls zur Erfassung von Verformungen in Tunneln und Stützwänden eingesetzt.

2 Aufbau und Wirkungsweise des Messgerätes/ Messverfahren

Im Normalfall werden Nutrohre in Bohrlöcher oder sukzessive in Dammschüttungen eingebaut, welche die vermutete Bewegungszone durchfahren. Die Messausrüstung besteht aus Bohrlochsonde, Messkabel, Messrohraufsatz und Messbrücke. Mit der Sonde wird die Meßverrohrung befahren. In einem ersten Messdurchgang wird der genaue Verlauf der Meßverrohrung ermittelt (Anfangs- oder Nullmessung). Mittels von Folgemessungen werden im Falle von Baugrundbewegungen die damit einhergehenden Änderungen des Messrohrverlaufes ermittelt. Bei einer Messung wird die Inklinometersonde vom Messrohrtiefsten aus nach oben gezogen, wobei die Sonde alle 0,5m (1,0m) angehalten wird, um die Neigung der Sonde in der jeweiligen Messposition zu bestimmen.

Die Neigungsmessungen werden unter Berücksichtigung der Messbasis L (= Abstand der Sondenlaufräder) in Horizontalauslenkungen umgerechnet. Die zu erfassenden Querverschiebungen ergeben sich durch Differenzbildung dieser Auslenkungen zwischen Folge- und Anfangsmessungen. Trägt man die so ermittelten Änderungen nach Art eines Polygonzuges auf, so erhält man ein geometrisch hochauflösendes Verschiebungsprofil.

3 Einbau der Inklinometernutrohre

Je nach angenommener Setzung/ Verschiebung werden unterschiedliche Arten von Inklinometernutrohre verbaut. Als Standardgrößen haben sich die 70mm Durchmesser in vertikalen Bohrungen und 85mm bei horizontaler Verlegung etabliert. Wird mit starken Eigensetzungen in Schüttungen gerechnet werden Schiebemuffen zum Verbinden der 3m langen Rohre genutzt. Beim Verfüllen der Ringräume ist darauf zu achten, das das Rohr allseitig und vollkommen mit Material umschlossen wird, um eine feste Verbindung zu gewährleisten.

4 Auswertung

Eine erste Bewertung der Messwerte kann bereits im Feld durchgeführt werden. Dazu besitzt das mitgelieferte Gerät ein Menü zum Bewerten der Daten. Somit wird sichergestellt, das nur mit auswertbaren Daten aus dem Feld ins Büro zurückgekommen wird. Treten Probleme auf kann sofort die Messung partiell wiederholt werden. Ein wichtiger Faktor bei der Kalkulation der Messung. Im Büro kann dann mit der kostenlos mitgelieferten Software DMM-WIN die Endauswertung mit Tabellen und Grafiken effektiv beendet werden. Bei Insitu-Versuchen (1m Sonde) hat sich eine Systemgenauigkeit von 2mm auf 40m Messlänge bestätigt.

5 Messleistung/Dienstleistung

Nach Absprache können in unserem Unternehmen Messsysteme ausgeliehen werden, sowie Messungen in Ihrem Auftrage durchgeführt werden. Wir beraten Sie gern dazu. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

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